Gesellschaftslehre
Das Fach Gesellschaftslehre hat an unserer Schule eine besondere Stellung. Es gehört zu den wenigen Fächern, die bis zum Ende des 10. Schuljahres undifferenziert bleiben, d.h. die Klasse bleibt in ihrer Zusammensetzung vom Beginn des 5. Schuljahres an für die gesamte Schulzeit zusammen, ist so eine feste soziale Gruppe und bietet den Schülern einen verlässlichen Bezugsrahmen im sonst mehr nach Fähigkeiten und Neigungen differenzierten Unterricht. Klassenfahrten in den Jahrgängen 6, 8 und 10 und andere gemeinsame Unternehmungen stärken den Zusammenhalt.
Es wird zwar auch in anderen Fächern darauf geachtet, dass unnötige Lehrerwechsel vermieden werden, für das Fach Gesellschaftslehre ist es aber ein Prinzip, dass der Klassenlehrer über möglichst lange Zeiträume seine Klasse betreut. Es ist keine Seltenheit, wenn derselbe Lehrer seine Klasse 6 Jahre lang führt, d.h. vom 5. bis zum 10. Schuljahr. Viele Klassenlehrer unserer Schule haben deshalb zusätzliche Qualifikationen erworben, um die Qualität des sozialen Zusammenlebens zu verbessern und zu sichern.
Es wird deshalb auch darauf geachtet, dass besonders in den Jahrgängen 5/6 (wenn
möglich auch darüber hinaus) der Klassenlehrer nicht nur das Fach Gesellschaftslehre in seiner Klasse unterrichtet, sondern auch weiteren Unterricht übernimmt. Das erleichtert den Schülern auch den Übergang von der Grundschule zu uns. In den Jahrgängen 9/10 betreut der Klassenlehrer diesem Prinzip entsprechend z.B. die Klasse im Betriebspraktikum und im Fach Arbeitslehre.
Nach der Klasse 9, wenn die Hauptschüler ihren Abschluss erreicht haben, kann es zur Auflösung einzelner Klassen kommen, wenn die Schülerzahlen dies erfordern. Die verbleibenden Schüler werden dann in kleinen Gruppen den anderen Klassen zugeordnet. Dabei wird auf die Wünsche dieser Schüler weitgehend Rücksicht genommen.
In den zu Beginn des 5. Schuljahres gebildeten Klassen, in denen Schüler mit unterschiedlichen Interessen und Begabungen zusammen unterrichtet werden, wird versucht, den Unterricht so zu gestalten, dass alle Schüler nach ihren Möglichkeiten gefordert und gefördert werden. Schüler, die nach der Klase 9 oder 10 weiterführende Schulen besuchen, haben deshalb, wenn ihre bisherige Leistung zufrieden stellend war, auch in der neuen Schule im Fach Gesellschaftslehre keine Probleme zu befürchten. Für die Fächer, die differenziert nach Leistung in Kursen unterrichtet werden gilt dies sowieso.
An dieser Stelle muss auf eine weitere Besonderheit hingewiesen werden: Das Fach Gesellschaftslehre ist als Fachbereich organisiert, d.h. der Klassenlehrer unterrichtet alle drei darin enthaltenen Fächer (Geschichte, Sozialkunde, Erdkunde). Da diese Fächer auch im realen Leben auf vielfältige Weise miteinander verbunden sind, wird versucht, in den Unterrichtseinheiten alle Aspekte des Themas zu berücksichtigen. Das ist bei einem Thema wie „Römer und Germanen" unschwer zu gewährleisten. Es ist offensichtlich, dass dieses Thema geschichtliche, sozialkundliche und geografische Elemente enthält. Bei anderen Themen kann der Schwerpunkt auch auf zwei oder nur einem der drei Fächer liegen; und es gibt auch Themen, die ganz einzelfachspezifisch ausgerichtet sind. Auf jeden Fall liegt der Unterricht in der Hand eines Lehrers, und es gibt für das Fach Gesellschaftslehre auch nur eine Note. Da sie drei Fächer repräsentiert, ist sie entsprechend schwergewichtig: Gesellschaftslehre ist bei der Feststellung der Abschlüsse in den Klassen 9 und 10 Hauptfach.
Ergänzt werden kann das Fach Gesellschaftslehre durch Wahlpflichtkurse, die zu Beginn der Jahrgänge 7 und 9 angeboten werden. Dort kann stärker als im Fach Gesellschaftslehre, das den Lehrplänen verpflichtet ist, auf Wünsche und Interessen der Schüler eingegangen werden. Das Spektrum ist dabei durch die drei zu Grunde liegenden Fächer denkbar breit.